Dienstag, 04 Juni 2013 05:41

Die seltsame Berufung des Mr Heming

Schlüsselerlebnis

Makler sind wohl für die meisten von uns eher keine besonderen Sympathieträger. Schade, da kennen Sie wohl Mr Heming noch nicht, unauffällig, aber durchaus nicht wirkungslos auf Damen, der gerne mal in der Nachbarschaft aushilft, wenn es um kleinere Reparaturen, Umzugsdienste und Spenden geht, aber auch immer wieder den Leuten, die es nicht anders verdient haben (beispielsweise unwirschen Hundebesitzern) einen kleinen Denkzettel verpaßt. Deutlich erleichert wird seine tägliche Mission dadurch, daß er für jedes Objekt, das er jemals veräußert hat, einen Nachschlüssel besitzt. Wahrgenommen wird der routinierte heimliche Gast dank jahrzehntelanger Erfahrung praktisch nie, als er doch einmal bemerkt wird, hat das notgedrungen fatale Folgen, noch dazu, wenn es um eine schöne Frau und ihren groben Geliebten geht.

Eloquent und freimütig erzählt Mr Heming uns, welche dramatischen Ereignisse seine Karriere, Schulzeit und vor allem seine Kindheit bestimmt haben.

Wie Hitchcock und Hornby, spannend und schwarzhumorig, dabei weitaus origineller, besser beobachtet und vorstellbarer als der typische Thrillerkram, doch (sagen wir fast) ohne Blutvergießen. Nun fangen Sie doch endlich an zu lesen oder möchten Sie doch lieber noch einmal im Schrank nachschauen?

Phil Hogan: Die seltsame Berufung des Mr Heming, Kein & Aber Verlag

Leseprobe


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Publiziert in Was wir lesen
Dienstag, 04 Juni 2013 05:41

Miss Braitwhistle

Klasse 4a – A wie Albtraum

Als die Klassenlehrerin Frau Taube fluchtartig die Schule verlässt und nie wieder gesehen wird, kommt die britische Aushilfslehrerin Miss Braitwhistle in die schlimmste Klasse der Schule und alles wird anders. Die Dame mit dem britischen Akzent kann im Laufe der drei urkomischen Bücher zwar immer noch keine Umlaute sprechen (und wird das wohl auch nie lernen), aber zieht immer genau das Richtige aus ihrer Tasche (und wenn es eine Tasse Tee ist) und versucht gar nicht erst, das vermeintliche Chaos in der Klasse zu beenden, sondern gestaltet ihren Unterricht rundherum. Obwohl sie immer wieder nach England verschwindet, ist sie doch meistens im entscheidenden Moment wieder zurück, um ihre Schulkinder vor der überstrengen Lehrerin der Nachbarklasse, Frau Sauermann, ihren fiesen Schülern oder wechselnden untätigen Hausmeistern in Schutz zu nehmen, selbst die Schulaufsicht stellt kein Problem mehr da.

Am Ende von drei unvergesslichen Schuljahren (und drei ebensolchen Lieblingsbüchern) gehen die gereiften, aber zum Glück ganz sie selbst gebliebenen Schüler nach vielen lustigen Erlebnissen, so manchem Konflikt, teils ersten Liebeswirren und einer spektakulären Schulaufführung von der Grundschule auf verschiedene Oberschulen auseinander – es bleibt die Frage, ob Miss Braitwhistle nun zaubern konnte oder ob es für Phänomene wie ein zugefrorenes Schwimmbad, eine buchstäblich begeisternde Fahrradprüfung oder eine Flugreise auf Stühlen eine vernünftige Erklärung gibt?

Spätestens mit dieser kultverdächtigen Trilogie ist die sympathische Berliner Autorin Sabine Ludwig auf dem Olymp der Kinderbuchautorinnen wie Lindgren, Funke oder Rowling angekommen. Treffsicher findet die Buchreihe ihren eigenen Weg zwischen Goscinnys kleinem Nick oder Mary Poppins und kommt in der Gegenwart an. Auch die Hörbuchfassung mit Jens Wawrczeck läuft bei uns quasi in Endlosschleife, ohne langweilig zu werden.

Jeder, der zur Schule geht oder mal eine besucht hat – also alle –, sollte diese drei perfekten Kinderbücher lesen!


Band 1: Die fabelhafte Miss Braitwhistle,

Band 2: Miss Braitwhistle kommt in Fahrt,

Band 3: Miss Braitwhistle hebt ab,

alle erschienen im Dressler Verlag, Preis jeweils EUR 12,95

Hörbücher erschienen im Oetinger Verlag, gesprochen von Jens Wawrczeck, Preis jeweils EUR 13,95

 

Alles über Miss Braitwhistle hier, z. B. das geheime Tagebuch der Frau Sauermann.

Das Buch können Sie hier bestellen!

Publiziert in Was wir lesen
Montag, 03 Juni 2013 06:14

Alles was ich bin

Unbekannte deutsche Geschichte 

Im hohen Alter erinnert sich Ruth in Australien an ihre Jugend in Deutschland: Ihre Kusine und beste Freundin Dora war Sekretärin und Gefährtin von Ernst Toller, sie hatte es geschafft, die Autobiographie des Dramatikers und Revolutionärs zu einer Zeit außer Landes zu schmuggeln, als seine Werke längst verboten und verbrannt worden sind. Nach der Machtübernahme der NSDAP leben Dora, Ruth und ihr Mann Hans im Londoner Exil und müssen feststellen, daß sich die Gestapo auf britischem Boden so frei bewegen kann wie sie. Wem kann man in der Widerstandszelle noch trauen?

Die australische Autorin Anna Funder, die mit ihrer brillianten DDR-Analyse „Stasiland“ eine ungeahnte Perspektive auf den ostdeutschen Überwachungsapparat eröffnet hatte, verblüfft nach jahrelanger Recherche wieder mit einem neuen Blick auf eine dunkle Zeit, von der wir schon alles zu wissen glaubten. Sämtliche Vorbehalte und Lesemüdigkeit angesichts der vermeintlich überdokumentierten deutschen Geschichte verschwinden beim Lesen der ersten Seiten der Romanbiographie von Ruth Blatt, Funders früherer Nachbarin.

Anna Funder: Alles was ich bin, S. Fischer Verlag 2014

Leseprobe

Das Buch können Sie hier bestellen!

Publiziert in Was wir lesen

Wie Sie uns finden

Wir erwarten Sie in unserem Ladengeschäft in Berlin-Kreuzberg im Südstern-Kiez.

zu uns